Was ist eine
Ausschreibung
Auch bekannt als: Vergabeverfahren, öffentliche Ausschreibung
Eine Ausschreibung ist ein formelles Verfahren, bei dem ein öffentlicher Auftraggeber Unternehmen auffordert, Angebote für Waren, Dienst- oder Bauleistungen abzugeben. Bei öffentlichen Aufträgen gelten strenge Regeln, um sicherzustellen, dass alle Teilnehmer fair behandelt werden und der Wettbewerb gewahrt bleibt.
Wie läuft eine Ausschreibung ab?
Vorbereitung und Veröffentlichung
- Der Auftraggeber erstellt die Vergabeunterlagen, die den Beschaffungsgegenstand beschreiben
- Das Verfahren wird durch eine Bekanntmachung veröffentlicht, bei EU-weiten Verfahren über TED
- Die Vergabeunterlagen legen Eignungskriterien und Zuschlagskriterien fest
Durchführung
- Unternehmen, die die Eignungskriterien erfüllen, können teilnehmen
- Jedes Unternehmen gibt sein Angebot fristgerecht ab
- Der Auftraggeber wertet die Angebote anhand der Zuschlagskriterien aus
- Das wirtschaftlichste Angebot erhält den Zuschlag nach Ablauf der Informations- und Wartefrist (§ 134 GWB)
Verfahrensarten nach § 119 GWB
Im Oberschwellenbereich stehen dem Auftraggeber verschiedene Verfahrensarten zur Verfügung:
- Offenes Verfahren: Jedes interessierte Unternehmen kann ein Angebot abgeben
- Nicht offenes Verfahren: Nach einem Teilnahmewettbewerb wird eine begrenzte Zahl von Unternehmen zur Angebotsabgabe aufgefordert
- Verhandlungsverfahren: Erlaubt Verhandlungen mit den Bietern über den Auftragsinhalt
- Wettbewerblicher Dialog: Für besonders komplexe Aufträge
Unterhalb der EU-Schwellenwerte gelten die Regeln der UVgO, die vereinfachte Verfahren vorsehen.
Moderne Werkzeuge wie Cobrief erleichtern Unternehmen die Teilnahme an Ausschreibungen, indem sie Teile des Prozesses automatisieren und einen besseren Überblick über relevante Vergabeverfahren bieten.
Eine Ausschreibung stellt sicher, dass der Auftraggeber das bestmögliche Angebot erhält und alle Unternehmen eine faire Chance haben. Dies ist bei der Verwendung öffentlicher Mittel besonders wichtig.