Was sind
Zuschlagskriterien
Auch bekannt als: Wertungskriterien, Bewertungskriterien
Zuschlagskriterien sind die Maßstäbe, anhand derer ein öffentlicher Auftraggeber entscheidet, welches Angebot den Zuschlag in einem Vergabeverfahren erhält. Nach § 127 GWB ist der Zuschlag auf das wirtschaftlichste Angebot zu erteilen, wobei neben dem Preis auch qualitative, umweltbezogene und soziale Kriterien berücksichtigt werden können.
Wie funktionieren Zuschlagskriterien?
Bei der Erstellung der Vergabeunterlagen muss der Auftraggeber die Zuschlagskriterien und ihre Gewichtung klar angeben. Die gängigsten Kriterien sind:
- Preis oder Kosten (einschließlich Lebenszykluskosten)
- Qualität der angebotenen Leistung
- Umwelteigenschaften und Nachhaltigkeit
- Lieferzeit und Verfügbarkeit
- Fachkompetenz und Erfahrung des eingesetzten Personals
Beispiel für Zuschlagskriterien
Eine Kommune beschafft neue Möbel für das Rathaus und legt folgende Gewichtung fest:
- Preis: 40 %
- Qualität und Funktionalität: 30 %
- Umwelt und Nachhaltigkeit: 20 %
- Lieferzeit: 10 %
Das bedeutet: Auch wenn ein Bieter den niedrigsten Preis anbietet, kann ein anderer Bieter den Zuschlag erhalten, wenn er bei den übrigen Kriterien besser abschneidet.
Zuschlagskriterien richtig nutzen
Wer mehr Ausschreibungen gewinnen will, muss verstehen, wie der Auftraggeber jedes Kriterium bewertet. Moderne Werkzeuge wie Cobrief unterstützen bei der Analyse von Vergabeunterlagen und Zuschlagskriterien, sodass Unternehmen ihre Angebote gezielt auf die Anforderungen des Auftraggebers abstimmen können.
Zuschlagskriterien müssen laut § 127 Abs. 3 GWB mit dem Auftragsgegenstand in Verbindung stehen und dürfen dem Auftraggeber keine uneingeschränkte Wahlfreiheit überlassen. Sie müssen nachprüfbar und so klar formuliert sein, dass alle Bieter sie gleich verstehen.
Ein gutes Verständnis der Zuschlagskriterien ist der Schlüssel zu mehr Auftragserfolgen. Wer gezielt auf die am höchsten gewichteten Kriterien eingeht, steigert seine Chancen im Vergabeverfahren erheblich.