Glossar/Soziale Verantwortung

Was ist

soziale Verantwortung

Auch bekannt als: gesellschaftliche Verantwortung, CSR

Soziale Verantwortung in der öffentlichen Beschaffung bedeutet, dass Bieter angemessene Arbeitsbedingungen und die Einhaltung von Menschenrechten sicherstellen, sowohl im eigenen Unternehmen als auch in der gesamten Lieferkette. Für Unternehmen, die an öffentlichen Ausschreibungen teilnehmen, bedeutet dies konkrete Anforderungen an Dokumentation, Verfahren und Compliance.

Wie funktioniert soziale Verantwortung für Bieter?

Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) verpflichtet Unternehmen ab einer bestimmten Größe, menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflichten in ihren Lieferketten umzusetzen. Darüber hinaus können Auftraggeber in den Vergabeunterlagen soziale Anforderungen stellen, typischerweise als Auftragsausführungsbedingungen, Eignungskriterien oder Zuschlagskriterien.

Was müssen Bieter dokumentieren?

Um die Anforderungen an soziale Verantwortung in Vergabeverfahren zu erfüllen, sollten Unternehmen Folgendes nachweisen können:

  • Sorgfaltspflichtprüfungen: systematische Risikoermittlung in der Lieferkette, basierend auf den OECD-Leitsätzen für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln
  • Berichterstattung: Unternehmen, die unter das LkSG fallen, müssen jährlich über ihre Sorgfaltspflichtmaßnahmen berichten
  • Verfahren zur Lieferkettensteuerung: dokumentierte Prozesse zur Überwachung von Nachunternehmern, insbesondere bei Hochrisikoprodukten wie Textilien, IT und Baumaterialien
  • ILO-Kernarbeitsnormen: Einhaltung der grundlegenden Arbeitsstandards bezüglich Kinderarbeit, Zwangsarbeit, Diskriminierung und Vereinigungsfreiheit

Mangelhafte Compliance kann Konsequenzen haben. § 123 Abs. 1 GWB sieht den zwingenden Ausschluss von Unternehmen vor, die wegen Kinderarbeit oder Menschenhandel verurteilt wurden, und § 124 GWB eröffnet die Möglichkeit des Ausschlusses bei wiederholten Verstößen gegen soziale Verpflichtungen. Werkzeuge wie Cobrief helfen Unternehmen, Ausschreibungen zu identifizieren, in denen Anforderungen an soziale Verantwortung zentral sind, und die Dokumentation rechtzeitig vorzubereiten.

Soziale Verantwortung unterscheidet sich von der sozialen Beschaffung durch den Fokus auf die konkreten Pflichten des Bieters statt auf die Strategie des Auftraggebers. Für Unternehmen, die öffentliche Aufträge gewinnen wollen, sind dokumentierte Verfahren für Menschenrechte und Arbeitsbedingungen keine Option mehr, sie sind eine Voraussetzung.

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