Glossar/Ökobilanz (LCA)

Was ist eine

Ökobilanz (LCA)

Auch bekannt als: LCA, Lebenszyklusanalyse, Life Cycle Assessment

Eine Ökobilanz (Life Cycle Assessment, LCA) ist eine wissenschaftliche Methode, die die Umweltauswirkungen eines Produkts, einer Dienstleistung oder eines Prozesses über den gesamten Lebenszyklus erfasst, von der Rohstoffgewinnung über Produktion und Nutzung bis zur Entsorgung. Die Methode liefert ein ganzheitliches Bild der Umweltbelastung und ist ein wichtiges Instrument für fundierte Entscheidungen in der öffentlichen Beschaffung.

Wie funktioniert eine Ökobilanz?

Eine LCA folgt der internationalen Norm ISO 14040/14044 und wird in vier Phasen durchgeführt:

  • Ziel und Untersuchungsrahmen: Festlegung, was analysiert wird und welche Umweltwirkungen relevant sind
  • Sachbilanz (LCI): Erfassung aller Ein- und Ausgangsströme entlang der Wertschöpfungskette: Energie, Rohstoffe, Emissionen und Abfälle
  • Wirkungsabschätzung (LCIA): Zuordnung der Ergebnisse zu Umweltkategorien wie Treibhausgasemissionen, Versauerung, Eutrophierung und Ressourcenverbrauch
  • Auswertung: Identifikation der größten Umweltbelastungen und Ableitung von Verbesserungsmaßnahmen

Im Unterschied zu Lebenszykluskosten (LCC), die berechnen, was etwas über die Zeit kostet, fokussiert die LCA ausschließlich auf die Umweltdimension, ohne den Emissionen einen Preis zuzuordnen.

Warum ist die LCA im Vergaberecht wichtig?

Öffentliche Auftraggeber können gemäß § 59 VgV Zuschlagskriterien festlegen, die sich auf den gesamten Lebenszyklus beziehen. Die LCA liefert die fachliche Grundlage für treffsichere Umweltanforderungen:

  • Vor der Beschaffung: Identifikation, welche Produktkategorien die größte Umweltbelastung aufweisen
  • In der Leistungsbeschreibung: Festlegung konkreter Anforderungen, etwa einer Obergrenze für CO₂-Emissionen oder die Vorlage von Umweltproduktdeklarationen (EPD) auf Basis einer LCA
  • Nach der Beschaffung: Messung des tatsächlichen Umweltnutzens

Werkzeuge wie Cobrief helfen Unternehmen zu verstehen, welche Umweltanforderungen der Auftraggeber in der Ausschreibung gewichtet.

Die Ökobilanz ist ein Schlüsselinstrument für datengestützte grüne Beschaffung. Durch die Erfassung der Umweltbelastung von der Wiege bis zur Bahre können Einkäufer Anforderungen stellen, die echte Klimawirkung erzielen, und Unternehmen können ihre Umweltvorteile nachprüfbar dokumentieren.

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