Was ist die
nationale Vergabe mit Verhandlungsmöglichkeit
Die nationale Vergabe mit Verhandlungsmöglichkeit ist ein Vergabeverfahren für öffentliche Aufträge unterhalb der EU-Schwellenwerte. Im Unterschwellenbereich regelt die Unterschwellenvergabeordnung (UVgO) die Vergabe. Je nach Auftragswert kommen die Verhandlungsvergabe, die beschränkte Ausschreibung oder die öffentliche Ausschreibung in Betracht, wobei letztere dem offenen Verfahren entspricht, aber mit weniger formellen Anforderungen.
Wie funktioniert die nationale Vergabe?
Der Auftraggeber erstellt Vergabeunterlagen und macht die Ausschreibung bekannt. Bieter reichen ihre Angebote fristgerecht ein, und der Auftraggeber bewertet sie anhand der Zuschlagskriterien. Bei der Verhandlungsvergabe kann der Auftraggeber nach Angebotseingang Verhandlungen mit einem oder mehreren Bietern aufnehmen. Diese können von einfachen Aufklärungen bis hin zu vollwertigen Verhandlungen reichen, vorausgesetzt, der Grundsatz der Gleichbehandlung wird eingehalten.
Verfahrensarten im Unterschwellenbereich
- Öffentliche Ausschreibung: Alle interessierten Unternehmen können ein Angebot abgeben. Geeignet, wenn die Erstellung und Bewertung der Angebote nicht zu aufwendig ist.
- Beschränkte Ausschreibung: Alle können sich um Teilnahme bewerben, aber nur diejenigen, die die Eignungskriterien erfüllen, werden zur Angebotsabgabe eingeladen.
- Verhandlungsvergabe: Der Auftraggeber wendet sich direkt an geeignete Unternehmen und kann Verhandlungen führen. Nur unter bestimmten Voraussetzungen nach § 8 UVgO zulässig.
Wann wird die nationale Vergabe angewendet?
Die nationale Vergabe nach UVgO gilt für Aufträge unterhalb der EU-Schwellenwerte. Oberhalb der Schwellenwerte gelten die formelleren Verfahren nach VgV: das offene Verfahren, das nicht offene Verfahren und das Verhandlungsverfahren.
Werkzeuge wie Cobrief helfen Unternehmen, relevante nationale Vergaben frühzeitig zu identifizieren, damit ausreichend Zeit für die Erstellung fundierter Angebote bleibt.
Die nationale Vergabe bietet im Unterschwellenbereich mehr Flexibilität als die EU-weiten Verfahren und gibt Auftraggebern Spielraum, die beste Lösung durch Dialog zu finden, innerhalb der Grundsätze von Gleichbehandlung und Transparenz.