Was ist eine
Lieferkette
Auch bekannt als: Wertschöpfungskette, Supply Chain
Eine Lieferkette umfasst alle Stufen von Lieferanten und Unterauftragnehmern, die an der Lieferung einer Ware oder Dienstleistung beteiligt sind, vom Rohstoffstadium bis zum fertigen Produkt. Im öffentlichen Vergabewesen ist der Begriff zentral, weil Auftraggeber dafür verantwortlich sind, dass Arbeitsbedingungen und Menschenrechte in der gesamten Kette eingehalten werden, nicht nur beim Hauptauftragnehmer.
Wie funktioniert eine Lieferkette?
Jedes Glied in der Kette empfängt Vorleistungen vom vorherigen Glied und liefert an das nächste weiter. Ein Bieter, der einen öffentlichen Auftrag erhält, setzt in der Regel Unterauftragnehmer ein, die ihrerseits eigene Unterauftragnehmer haben können. Zusammen bilden diese Stufen die Lieferkette.
Regulierung im Vergaberecht
Das deutsche Recht stellt mehrere Anforderungen an die Lieferkette:
- Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG): Verpflichtet Unternehmen ab einer bestimmten Größe, menschenrechtliche und umweltbezogene Risiken in ihren Lieferketten zu identifizieren und zu adressieren. Über Auftragsausführungsbedingungen können Auftraggeber diese Pflichten vertraglich einfordern.
- Sorgfaltsprüfungen: Auftraggeber können verlangen, dass Bieter Sorgfaltsprüfungen gemäß den OECD-Leitsätzen durchführen.
- Tariftreue und Sozialstandards: Landesvergabegesetze können Anforderungen an faire Arbeitsbedingungen auch in der Lieferkette vorschreiben.
Ziel ist es, Arbeitsausbeutung und Sozialstandard-Unterschreitungen zu verhindern, indem der Auftraggeber besseren Überblick über die tatsächlich Ausführenden erhält.
Werkzeuge wie Cobrief helfen Unternehmen, Ausschreibungen zu identifizieren, in denen Anforderungen an die Lieferkette besonders relevant sind.
Die Lieferkette ist zu einem Schlüsselbegriff im deutschen Vergaberecht geworden. Mit dem LkSG und der EU-Lieferkettenrichtlinie (CSDDD) steigen die Anforderungen an Transparenz und Sorgfalt in allen Stufen der Kette weiter an.