Glossar/Kreislaufwirtschaftliche Beschaffung

Was ist

kreislaufwirtschaftliche Beschaffung

Auch bekannt als: zirkuläre Beschaffung

Kreislaufwirtschaftliche Beschaffung bedeutet, dass öffentliche Auftraggeber ihre Einkaufsmacht nutzen, um eine Kreislaufwirtschaft zu fördern, in der Materialien und Produkte so lange wie möglich in Nutzung gehalten werden, anstatt dem linearen „Herstellen–Nutzen–Entsorgen"-Modell zu folgen.

Wie funktioniert kreislaufwirtschaftliche Beschaffung?

Kreislaufwirtschaftliche Beschaffung baut auf der Abfallhierarchie auf, die Abfallvermeidung gegenüber Abfallbehandlung priorisiert. In der Praxis bedeutet dies, dass der Auftraggeber kreislaufwirtschaftliche Alternativen über den gesamten Beschaffungsprozess hinweg prüft, von der Bedarfsanalyse bis zum Vertragsmanagement.

Ein konkretes Beispiel: Statt neue Büromöbel zu kaufen, kann eine Kommune gebrauchte oder aufbereitete Möbel nachfragen oder einen Vertrag schließen, bei dem der Auftragnehmer die Möbel im Eigentum behält und für Wartung und Rücknahme verantwortlich ist. Solche „Produkt-als-Dienstleistung"-Modelle geben dem Auftragnehmer den Anreiz, langlebige Produkte herzustellen.

Kreislaufwirtschaftliche Anforderungen können als Zuschlagskriterien, in der Leistungsbeschreibung oder als Auftragsausführungsbedingungen gestellt werden.

Wichtige Prinzipien

  • Abfallvermeidung: Prüfen, ob der Bedarf ohne Neubeschaffung gedeckt werden kann, etwa durch Wiederverwendung, Reparatur oder gemeinschaftliche Nutzung
  • Verlängerte Lebensdauer: Produkte nachfragen, die auf Haltbarkeit, Reparierbarkeit und Aufrüstbarkeit ausgelegt sind
  • Geschlossene Materialkreisläufe: Recyceltes oder recycelbares Material priorisieren und Rücknahmesysteme vom Auftragnehmer verlangen
  • Markterkundung: Markterkundungsveranstaltungen nutzen, um zu ermitteln, welche kreislaufwirtschaftlichen Lösungen der Markt tatsächlich liefern kann
  • Lebenszyklusperspektive: Lebenszykluskosten berücksichtigen, um die tatsächliche Gesamtwirtschaftlichkeit sichtbar zu machen

Werkzeuge wie Cobrief helfen Unternehmen, Ausschreibungen zu finden, in denen kreislaufwirtschaftliche Anforderungen und Kriterien gewichtet werden, damit das Angebot auf den Bedarf des Auftraggebers zugeschnitten werden kann.

Kreislaufwirtschaftliche Beschaffung ist ein zentrales Instrument für die Transformation hin zur Kreislaufwirtschaft. Während grüne Beschaffung allgemein auf die Reduzierung von Umweltbelastungen abzielt, konzentriert sich kreislaufwirtschaftliche Beschaffung gezielt darauf, Ressourcen so lange wie möglich im Kreislauf zu halten.

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