Was ist
innovationsfreundliche Beschaffung
Auch bekannt als: innovationsoffene Beschaffung, innovationsfreundlicher Einkauf
Eine innovationsfreundliche Beschaffung ist eine Vergabe, die innovative Lösungen ermöglicht und fördert, ohne Innovation als zwingende Anforderung vorzuschreiben. Bewährte Standardlösungen können weiterhin die Mindestanforderungen erfüllen, doch der Auftraggeber trifft gezielte Maßnahmen, damit bessere und innovativere Lösungen eine faire Chance haben.
Wie funktioniert eine innovationsfreundliche Beschaffung?
Während eine innovative Beschaffung den Kauf einer völlig neuen Lösung zum Ziel hat, geht es bei der innovationsfreundlichen Beschaffung um die Art und Weise der Verfahrensgestaltung. Auftraggeber setzen vier zentrale Instrumente ein:
- Bedarfsanalyse: Ermitteln, was die Organisation tatsächlich braucht, statt alte Spezifikationen wiederzuverwenden. Die Leitfrage lautet: „Welches Problem soll gelöst werden?" statt „Welches Produkt sollen wir kaufen?"
- Markterkundung: Bieterkonferenzen und Marktdialoge im Vorfeld durchführen, um zu verstehen, was der Markt liefern kann und welche neuen Lösungen verfügbar sind.
- Funktionale Anforderungen: Das gewünschte Ergebnis und die Leistung beschreiben, anstatt die Lösung im Detail vorzugeben. Das gibt Bietern Freiheit, neue Ansätze vorzuschlagen.
- Qualitätsorientierte Zuschlagskriterien: Qualität, Innovationsgrad und Lebenszykluskosten hoch gewichten, damit neue Lösungen mit etablierten Alternativen konkurrieren können.
Welche Verfahrensarten kommen in Frage?
Es gibt keine Einschränkung bei der Verfahrenswahl. Ein offenes Verfahren mit funktionalen Anforderungen kann innovationsfreundlich sein. Verfahren wie das Verhandlungsverfahren und der wettbewerbliche Dialog bieten zusätzlichen Raum für Dialog im Verfahrensverlauf. Erfordert der Bedarf die Entwicklung einer gänzlich neuen Lösung, kann die Innovationspartnerschaft besser geeignet sein.
Werkzeuge wie Cobrief helfen Unternehmen, innovationsfreundliche Vergaben frühzeitig zu erkennen, damit sie ein durchdachtes Angebot vorbereiten können, das den vom Auftraggeber eröffneten Gestaltungsspielraum nutzt.
Innovationsfreundliche Beschaffung erfordert keine großen Ressourcen oder Spezialverfahren. Es geht um bewusste Entscheidungen in der Planungsphase, die dem Markt Raum geben, bessere Lösungen anzubieten.