Öffentliche Ausschreibungen: Zahlst du für etwas, das eigentlich kostenlos ist?

Viele Unternehmen zahlen Tausende, um an öffentlichen Ausschreibungen teilzunehmen. Der Cobrief-Chef wurde von der norwegischen Finanzzeitung Finansavisen dazu interviewt, warum das ein Problem ist.
Die öffentliche Hand beschafft in Norwegen jährlich Waren und Dienstleistungen im Wert von über 800 Milliarden Kronen. Du weißt, dass dein Unternehmen das Zeug hat, einen Teil dieses Kuchens zu gewinnen. Doch der Weg dorthin kann unnötig kompliziert und teuer sein.
Kommt dir das bekannt vor? Du bist nicht allein.
Kürzlich wurde unser Geschäftsführer, Jonas Klafstad, von der Finansavisen in der Beilage Kapital Jus zu einem großen Problem im norwegischen Ausschreibungswesen interviewt: Viele Unternehmen zahlen Zehntausende von Kronen, um Zugang zu den Vergabeunterlagen öffentlicher Ausschreibungen zu erhalten. Laut Gesetz soll dieser Zugang kostenlos, direkt und uneingeschränkt verfügbar sein. Ist das wirklich der Fall, wenn Anbieter das Gefühl haben, zahlen zu müssen?
Das ist nicht nur ungerecht, es ist auch eine Bremse für gesunden Wettbewerb.
Dass Anbieter einen privaten Dienstleister bezahlen müssen, um an Vergabeunterlagen zu gelangen, die laut Gesetz kostenlos sein sollten, ist absurd. Das ist so, als müsste man für den Stimmzettel bezahlen.
Screenshot aus dem Artikel. Foto: Eivind Yggeseth
Öffentliche Ausschreibungen sind für Anbieter ohnehin ein komplexer Prozess. Wie Jonas Klafstad erklärt, kann diese Praxis weitreichende Folgen für die öffentliche Versorgung haben:
Das Gesetz besagt, dass der Zugang kostenlos und uneingeschränkt sein soll. Doch das hilft wenig, wenn die Unterlagen in der Praxis hinter Designtricks, Registrierungspflichten und Upselling-Angeboten verborgen sind. Anbieter haben das Gefühl, Zusatzleistungen kaufen zu müssen, und das schwächt den Wettbewerb. Es gibt weniger Angebote, weniger Innovation und eine schlechtere Ressourcennutzung.
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